Prime Time lässt es rockig rieseln - An zwei Christmas-Rock-Abenden feiern über 700 Fans Nordenhams Partyband Nummer 1
Ein Mönch würgt den Weihnachtsmann, Schnee rieselt von der Decke der Jahnhalle - Prime Time zogen alle Register. Fotos: gl
Von Detlef Glückselig
Nordenham. "Let it snow, let it snow, let it snow." Und Prime Time ließen es tatsächlich schneien. Zum Finale der beiden rappelvollen Christmas-Rock-Abende rieselte (Kunst-)Schnee von der Decke der Jahnhalle. Leise ging es dabei aber ganz gewiss nicht zu.
Wie lässt man es in einem Saal schneien? Die Band tüftelte eine Weile, probierte verschiedene Varianten aus. Dann erwies sich aber doch alles als ganz einfach. Eine große Wanne mit Kunstschnee auf dem Balkon der Jahnhalle, ein Ventilator, der die Flocken über die gesamte Saalbreite pustet - fertig. Die Überraschung war perfekt, der Effekt toll. Während Prime Time rockte, lieferten sich die Besucher der Jahnhalle spontan eine Schneeballschlacht.
Weihnachtliche Stimmung kam schon beim ersten Ton der beiden Christmas-Rock-Abende auf. Weniger des Titels wegen, mit dem die Band loslegte - "Hells Bells" von AC/DC -, sondern weil sich Gitarrist Fete Eilers in ein Weihnachtsmannkostüm gehüllt hatte. Damit dieses Outfit bis ins letzte Detail stilecht daher kam, war ebenfalls Gehirnschmalz gefragt. Es galt den künstlichen Bart, den Fete trug, grau zu färben. Beim ersten Abend hatte es der Gitarrist mit Haarspray und Mehl versucht. Letzteres bröselte ihm während des gesamten Konzerts aufs T- Shirt. Beim zweiten Abend war dann auch dieses Problem gelöst: mit grauer Schuhcreme.
Restlos ausverkauftes Haus am Sonnabend, über 300 Fans beim Zusatzkonzert am Freitag - das muss Prime Time erstmal jemand nachmachen. Die Band steht in Nordenham so hoch im Kurs wie keine andere. Wenn Prime Time spielt, muss man einfach dabei sein - und sei es nur, um all die anderen Leute zu treffen, die sich das Ereignis ebenfalls nicht entgehen lassen wollen.
Indes erwiesen sich die Vorschusslorbeeren, die der reißende Kartenabsatz darstellte, in jeder Hinsicht einmal mehr als gerechtfertigt. Der Kunstschnee war nicht die einzige Show-Einlage. Zu "Hells Bells" würgte Sänger Tommy Maréchal als Mönch verkleidet den Fete-Claus. Sängerin Diana Schmidt hatte sich wieder die Engelsflügel umgeschnallt. Der Rest der Band zog mit roten Zipfelmützen mit.
Auf Weihnachten getrimmt war an den beiden Abenden auch das musikalische Programm - zumindest in der ersten Hälfte des Konzerts. Prime Time bedienten sich aus dem großen Repertoire an Weihnachtsliedern der poppigen Sorte, hatten aber auch einen Klassiker wie "White Christmas" im Repertoire. In der zweiten Hälfte wurde es dann deutlich rockiger. Jetzt war Party pur angesagt in der Jahnhalle. Und erst nach über drei Stunden Live-Musik endete diese Weihnachtsfeier der besonderen Art.
Nordwestzeitung vom 22.12.2008
Musik für alle Weihnachts-Fälle
KONZERT Prime Time tritt gleich zweimal in der Jahnhalle auf – 700 Besucher
NORDENHAM - Noch einmal richtig hoch her ging es am Wochenende in der Jahnhalle: Die beliebte Nordenhamer Partyband Prime Time gab gleich zwei Gastspiele im Kulturzentrum. Ursprünglich war das Jahresabschlusskonzert unter dem Motto Weihnachtsrock nur für den Sonnabend geplant gewesen. Auf Grund der großen Nachfrage hatte die Band beschlossen, noch einen zweiten Termin für Freitag anzusetzen.
Im Mittelpunkt der Show standen Klassiker des typisch-amerikanischen Weihnachtssoundtracks wie „Driving home for Christmas“ (Chris Rea), „All i want from Christmas“ (Mariah Carey) oder das natürlich unvermeidliche „Last Christmas“ (Wham). Daneben ließen Songs wie „Valery“ (Amy Winehouse) und „I kissed a girl“ (Kate Perry) einen musikalischen Rückblick auf das fast vergangene Jahr zu. Für eine Hand voll kerniger Rocksongs á la AC/DC war zwischendurch aber auch noch Zeit. Um das nötige Weihnachtsambiente in die Jahnhalle zu bringen, hatten die Festtagsrocker derweil weder Kosten noch Mühen gescheut. Eine fulminante Licht- und Tonanlage, mannshohe Tannenbäume und andere Requisiten sorgten für ein großartiges Bühnenbild.
Bandleader Fete Eilers (Gitarre) führte als engagierter Nikolaus durch das Programm. Er hatte sich eigens für dieses hohe Amt den Bart mit Schuhcreme weiß gefärbt: „Was anderes hielt eben nicht.“ Als Elfen assistierten ihm gewissermaßen Tommy Marechal (Gesang), Michael Ehre (Schlagzeug), Dave Kramer (Bass), Raphael Funk (Percussion), Sven Kretschmer (Keyboards) und Diana Schmidt (Gesang). Für besonders wagemutige Besucher standen sogar Geschenke bereit. Allerdings musste der Beschenkte im Vorfeld ein rustikales deutsches Weihnachtslied mit der Band anstimmen, wobei ihn das restliche Zuschauerfeld aber meist aus voller Kehle unterstütze.
Den Höhepunkt der beiden Abende bildete jeweils der letzte offizielle Titel „Let it snow“. Hier nahm Prime Time den vor allem durch Frank Sinatra bekannt gewordenen Swingstandard beim Wort und entfachte einen wahren Kunstschneesturm im Kulturzentrum.
Die Stimmung war an beiden Abenden prächtig. Auch die Besucherzahl kann sich sehen lassen: Insgesamt strömten über 700 Besucher in den kleinen Kulturtempel. Wer nun anspruchsvolle Konzertabende mit musikalischem Hochgenuss erwartet hatte, wurde wahrscheinlich enttäuscht. Allen anderen bereiteten die Recken von Prime Time dafür mit viel Hingabe die wohl größte und längste Nordenhamer Weihnachtsfeier seit langem.
Rock am Hafen - 05.09.2008
Kreiszeitung Wesermarsch vom 08.09.2008:
Ausnahmezustand in Großensiel
Mehr als 1000 Besucher feiern bei "Rock am Hafen" - Prime Time zieht alle Register - Party dauert bis 2 Uhr nachts
Nordenham (gl). Wir haben es ja immer geahnt: Der Bürgermeister ist ein Rocker. Nachdem Hans Francksen am Freitag schon dem Biker-Treffen bei der Jugendherberge einen Besuch abgestattet hatte, machte es ihm am Sonnabend sichtlich Spaß, in Großensiel auf die Bühne zu steigen und Prime Time anzukündigen. "Rock am Hafen" lautete in der Bootshalle 4 am Sportboothafen das Motto. Und es wurde gerockt!
Prime Time sorgte für den Ausnahmezustand: Heerscharen von Menschen pilgerten in Richtung Großensiel. Eine solche Völkerwanderung kennt man sonst nur vom Fischmarkt. "Ah, ihr kommt mit dem Rad", bemerkte einer der zahlreichen THW-Helfer, die für die Sicherheit bereit standen, "das ist gut". In der Tat. Großensiel war großflächig zugeparkt.
1000 Karten hatten die Gewerbetreibenden des Nordsee-Centers als Veranstalter von "Rock am Hafen" bereits im Vorverkauf abgesetzt. Dazu kamen die an der Abendkasse verkauften Tickets - es war knackevoll in der Bootshalle, die als solche kaum wiederzuerkennen war.
Die Veranstalter hatten sich alles andere als lumpen lassen und eine ausgesprochen üppige Bühne aufgebaut. Das galt auch für die gewaltige Lichtshow, die wahrlich keine Wünsche offen ließ. Unter der Batterie von Scheinwerfern zog Prime Time im Trockeneisnebel alle Register.
"Mitte August habt ihr euch ja ein bisschen ausruhen können", witzelte Sänger Tommy Maréchal und spielte damit aufs Stadtfest an, bei dem statt Prime Time diesmal wenig erfolgreich eine andere Band den Samstagabend auf der Hauptbühne bestritten hatte. Entsprechend willig ließ sich das Publikum bei "Rock am Hafen" mitreißen. Von Toto und Robbie Williams über die Ärzte und AC/DC bis hin zu Herbert Grönemeyer ließ Prime Time keinen Partykracher aus. Kid Rocks Sommer-Hit "All summer long" wurde so begeistert gefeiert, dass die Band ihn gleich zweimal spielen musste. Klasse auch Udo Lindenbergs "Ganz anders". Tommy Maréchal gab höchst überzeugend den Panik-Udo, derweil Golden-Erection-Sänger Pasco Schulz gekonnt den Part von Jan Delay übernahm.
Wer nicht vor der Bühne feierte, hielt sich an einem der Bierstände oder draußen auf dem Platz vor der Halle auf, auf dem ein Biergarten aufgebauten war. Bekannte treffen, klönen, sehen und gesehen werden - auch das gehört dazu bei "Rock am Hafen". Bis 2 Uhr nachts dauerte die große Party, die sich angesichts des Erfolgs auch dieser Neuauflage fest im Nordenhamer Veranstaltungskalender etablieren dürfte.
Nordwestzeitung vom 08.09.2008
Bei Rock am Hafen gibt Prime Time alles
PARTY Die Zuschauerzahl vom vergangenen Jahr überboten – Zuhörer feiern bis um 3 Uhr nachts
Diana Schmidt und Tommy Marechal rissen ihr Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Insgesamt vier Mal trat die siebenköpfige Nordenhamer Partyband Prime Time auf die Bühne der Bootshalle 4 im Großensieler Hafen.
ROCK AM HAFEN IST ALS GLANZLICHT IM PARTYKALENDER ETABLIERT. DAS FREUT NICHT NUR DIE VERANSTALTER.
VON BEATRIX SCHULTE
GROßENSIEL - In Scharen sind am Sonnabend die Zuhörer zum Großensieler Hafen geströmt: Sie wollten auf keinen Fall das vierstündige Konzert der Partyband Prime Time verpassen. Schon am frühen Abend war in Bootshalle 4 die Zuschauerzahl vom vergangenen Jahr – damals waren es 1200 – überboten.
Der Hallenbesitzer und Mit-Veranstalter Henry Felske sah sich in seinen Bemühungen bestätigt, mit „Rock am Hafen“ ein weiteres Glanzlicht im Nordenhamer Terminkalender zu etablieren. Veranstalter waren – wie im vergangenen Jahr – die 14 Gewerbetreibenden der Werbegemeinschaft des Nordsee-Centers. Und die Besucherin Julia Wittje aus Nordenham durfte sich zu Beginn über ein vielstimmiges Geburtstagsständchen freuen.
Aus akustischen Gründen hatten die Veranstalter das komplette Hallendach mit Dämmflies versehen. Die bombastische Tonanlage schaffte es dann auch mühelos, jeden Zuhörer mit Songs zu versorgen, egal ob in oder vor der Halle. So konnten auch die Helfer des DRK und des THW zur Musik ihre Parkplatzzuweisungen und ihr Fahrleitsystem an die Autofahrer vermitteln.
In der Bootshalle spielte die siebenköpfige Band Prime Time für die Zuhörer alte und neue Hits und bot dabei eine jedem entgegenkommende musikalische Vielfalt. Mit den großen Erfolgen von Michael Jackson, Robbie Williams, Billy Talent und Amy Winehouse hatten die beiden Sänger Tommy Marechal und Diana Schmidt schnell das Publikum auf ihrer Seite und die Spiellaune der Musiker übertrug sich auf die Partygäste.
Sie tanzten und sangen ausgelassen mit und feierten bis zum Ende der Rock- und Pop-Party. Für den richtigen Beat sorgten der Drummer Michael Ehre und Percussionist Raphael Funk. Dave Kramer am Bass und Sven Kretschmer an den Keys sowie Fete Eilers an der Gitarre setzten ebenfalls unüberhörbare Akzente und trugen zum guten Sound bei.
In vier Sets spielte Prime Time bis 2 Uhr nachts und danach wurde noch eine weitere Stunde Musik vom Band gespielt, um die Partygäste langsam auf den Heimweg zu schicken.
Uli Jon Roth am 12.12.2008 in der Jahnhalle:
Kreiszeitung vom 13.12.2008
Wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken, aber da Neffe unser Drummer ist, erlaube ich mir den Bericht über das Konzert von Uli Jon Roth hier abzulegen:
Kreiszeitung Wesermarsch vom 15.12.2008
Von großer Oper bis Jimi Hendrix
Uli Jon Roth spielt mit seiner Band das Rockkonzert des Jahres in Nordenham – Michael Ehré trommelt überragend gut
Von Christoph Heilscher
Nordenham. Es war das Rockkonzert des Jahres in Nordenham. Man muss sogar zwei Jahre zurückgehen, bis man auf den Auftritt eines so beseelten Gitarristen und eines so fulminanten Schlagzeugers stößt. Es waren dieselben Musiker: Uli Jon Roth und sein Drummer Michael Ehré.
Uli Jon Roth, in den 70er Jahren Mitglied der Scorpions, hat mit fast allen großen Gitarristen der Welt zusammengespielt. Er steht seit über 30 Jahren auf der Bühne und hat bei dem Konzert in der Jahnhalle einen Streifzug durch seine verschiedenen Schaffensphasen geboten.
Made in Nordenham
Begleitet wurde er dabei von einer großartigen Band. Dass gleich drei der Musiker aus Nordenham beziehungsweise Butjadingen stammen, zeigt, welch hohes Potenzial die Nordenhamer Musikszene hat. Corvin Bahn (Keyboards) und Niklas Turmann (Gitarre) sind vergleichsweise neu bei Uli Jon Roths Band Sky of Avalon. Die beiden sind in Nordenham bekannt geworden als Musiker von Ruta Baga und später Golden Erection. Sie spielten ihren Part routiniert und souverän.
Michael Ehré gehört bereits seit 2006 zur Gruppe des großen Gitarristen. Er ist seit Jahren ein exzellenter Schlagzeuger. An der Seite von Uli Jon Roth hat er sich noch weiter entwickelt und zählt inzwischen zu den besten Drummern Deutschlands.
Michael Ehré spielt Schlagzeug wie Thorsten Frings Fußball, wenn dieser einen guten Tag hat: mit enormer Dynamik und Präsenz, dabei technisch versiert und mit einem Gefühl ausgestattet, das ihn als Naturtalent ausweist.
So trieb er die Band bei rockigen Stücken mit einem klanggewaltigen Schlagwerkgewitter an und spielte die Trommeln bei Balladen zärtlich mit den puren Händen.
Die Besucher in der gut gefüllten Jahnhalle erlebten am Freitagabend nicht nur ein Konzert, sondern, zählt man die Vorgruppe Punk Floyd dazu, sogar vier.
Konzeptalbum
Uli Jon Roth begann mit Stücken seines neuen Konzeptalbums "Under a dark sky", ein Werk mit schweren, klassisch anmutenden Passagen, das wirkt wie eine Mischung aus Hendrix, Genesis und dem Soundtrack zu "Herr der Ringe". Aber egal, welchen Stil er spielt, das melodiöse, inspirierte Gitarrenspiel von Uli Jon Roth prägt stets die Musik. Insbesondere bei diesem Part konnten auch Sängerin Liz Vandell und Sänger Mark Boals ihre großen stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten betonen. Liz Vandell klang mal nach großer Oper, dann nach Nina Simone.
In Teil zwei spielte die Band alte Songs der Scorpions und von Uli Jon Roths Band Electric Sun sowie Solotitel des Gitarristen. In diesem Part zeigten alle Musiker ihre exzellenten solistischen Fertigkeiten.
Eigentlich war jetzt Schluss. Aber das Publikum ließ die Gruppe nicht gehen. Nach der soundsovielten Zugabe hängte Uli Jon Roth noch einen Hendrix-Teil dran, spielte unter anderem "Little Wing" und zum Finale "Voodoo Child". Das war nicht mehr steigerungsfähig. Nach dreieinviertel Stunden fiel der Vorhang - das Ende eines mitreißenden Konzertabends.